Open Source (engl.) - Offener Quellcode (de.)

Open Source (engl.) - Offener Quellcode (de.)

Open Source Software wird auch als Free Software (engl.) – freie Software (de.) bezeichnet. Der Begriff „frei“ wird schwerpunktmäßig als Informationsfreiheit verstanden. Kostenfreiheit spielt eine untergeordnete Rolle. Open Source ermöglicht es dem Anwender sich Zugang zu den Quellen - Sourcecode (engl.) des Programms zu verschaffen. Software, deren Quellcode offen verfügbar ist, ist nicht nur für Programmierer, die zwingend den Quellcode benötigen, interessant. Auch der „normale“ Anwender, der eigentlich nur die Software nutzen möchte, gehört zur Zielgruppe. Durch Einsichtnahme in den Quellcode hat er die Möglichkeit sich einen Eindruck von der genauen Funktionsweise der Software zu verschaffen. Es ist somit unmöglich bösartigen Code in einem quelloffenen Programm unbemerkt einzubauen. Anwender von Open Source Software schätzen gerade diese „Einschränkung“. Nur so kann man sich sicher sein, dass der eben geschriebene Brief, der mit einem Passwort verschlüsselt wurde, nicht von einer Regierung durch eine Hintertür in der Software mitgelesen werden kann.

Des Weiteren wird dem Anwender von Open Source Software die Möglichkeit gegeben die Software an individuelle Bedürfnisse anzupassen. Besonders interessant für Firmen ist die Möglichkeit ohne kostenpflichtige Zusatzprogramme „Standard“software an die internen Geschäftsprozesse anzupassen. An die Informationsfreiheit ist allerdings auch die Bedingung gebunden, dass Änderungen und Verbesserungen den anderen Anwendern, der Community, zugänglich gemacht werden müssen. Jeder kann somit (s)einen Beitrag zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Software leisten. Egal ob man Hobbyprogrammierer ist oder sich hauptberuflich als Programmierer betätigt, jeder kann etwas beisteuern. Gerade bei großen Softwareprojekten ist eine gute Organisation ebenso wichtig wie die Codegüte. Obwohl es sich bei Open Source Software meist um Non- Profit- Projekte handelt, ist die Organisation sehr strikt und gut organisiert. Meist gibt es ein kleines Team von Programmieren, die neben der Arbeit am Projekt den Code anderer Anwender prüfen und freigeben. Das Qualitätsmanagement geschieht dabei nicht von einem Zentralen Punkt aus, sondern findet verteilt über den ganzen Globus statt. Open Source Projekten sind keine (Länder)Grenzen gesetzt.

Richard Stallman, US-amerikanischer Informatiker, gründete 1985 die Free Software Foundation (FSF), weil er es für falsch hielt, Anwender durch das Enthalten des Quellcodes von den Herstellern kommerzieller Software abhängig zu machen. Diese Art von Software wird auch als proprietär bezeichnet, da die Quellprogramme und Schnittstellen nicht öffentlich zugänglich gemacht werden. Bei Fehlern oder (Sonder)wünschen hinsichtlich des Funktionsumfanges ist man beim Einsatz von kommerzieller Software gezwungen sich direkt an den Softwarehersteller zu wenden. Dieser Umstand erschwert es Software von unterschiedlichen Herstellern in der Praxis miteinander zu vernetzen.

Die FSF entwickelte 1991 ein Lizenzabkommen mit dem Namen GNU General Public License (GPL). In Zusammenarbeit mit Linus Torvalds, einem finnischen Informatikstudenten und Entwickler des Linux- Kernels, wurde die heute wohl bekannteste freie Software, das Linux- Betriebsystem, unter dieser Lizenz veröffentlicht.

Neben der GNU Lizenz gibt es heute eine Vielzahl von Ablegern, unter denen eine Software freigegeben bzw. veröffentlich werden kann. Unterschiede gibt es in der Art der Widerverwendbarkeit des Quellcodes. Zu den bekanntesten gehören neben der GNU General Public License (GPL) die New BSD Lizenz, EULA, die Apache Lizenz, die Common Public Lizenz und die W3C Lizenz.

Quellen:

Lothar Gläßer (2004): Open Sources Software: Projekte, Geschaftsmodelle, Rechtsfragen, Anwendungsszenarien - was IT-Entscheider und Anwender wissen müssen. http://www.amazon.de/gp/reader/3895782408/ref=sib_dp_pt/028-9842458-5482167#reader-link (zugegriffen am 26.06.2007)

Open Source Licenses by Category.
http://www.opensource.org/licenses/category (zugegriffen am 26.06.2007)


Warum „Freie Software“ besser ist als „Open Source“.
http://www.gnu.org/philosophy/free-software-for-freedom.de.html

Alexandra Kleijn (2006): Open- Source-Lizenzen.
http://www.heise.de/open/artikel/75786 (zugegriffen am 26.06.2007)

Autor unbekannt (2007): Bericht: NSA half Microsoft bei der Vista- Entwicklung. http://www.heise.de/newsticker/meldung/83436 (zugegriffen am 26.06.2007)

Free Software Foundation Europe, "Frei im Sinne von Freiheit".
http://www.germany.fsfeurope.org/index.de.html (zugegriffen am 26.06.07)