EDI - Electronic Data Interchange
EDI : electronic data interchange (engl.) - Elektronischer Datenaustausch (de.)
"Unter EDI [...] versteht man den elektronischen Datenaustausch über Geschäftstransaktionen (Bestellungen, Rechnungen, Überweisungen, Warenerklärungen usw.) zwischen Betrieben." (HANSEN, NEUMANN 2005, S. 720)
"EDI is the electronic transmission of information or documents such as invoices, bills of lading, or purchase orders between computer systems in different organizations based on a standard, structure, machine retrievable format.”(MARTÌNEZ SÁNCHEZ, PÉREZ PÉREZ 2005, S.83 f.)
Grundsatz des EDI ist also das Versenden von geschäftsinternen Informationen und Daten zwischen den Computersystemen zweier Organisationen. Dabei bezeichnet es als Sammelbegriff alle elektronischen Verfahren zu elektronischen Datenversendung zwischen zwei Institutionen, da es keinen einheitlichen Standard gibt. Die Organisationen können dabei in einem Verkäufer/Käufer Verhältnis stehen oder zur selben Gesellschaft gehören.
Die Übertragung der Daten erfolgt gemäß organisationsintern vereinbarten Standards, um zu erreichen dass die Daten durch den Empfänger direkt in sein Anwendungsprogramm integriert und weiterverarbeitet werden können.
Ziel
Ziel des elektronischen Datenaustausches ist es, einen schnellen, verlässlichen und sicheren Informationsfluss zu erreichen. Dies sorgt in der Folge für verkürzte Bearbeitungszeiten, da eine manuelle Neueingabe der Daten entfällt. Eine höhere Verlässlichkeit ist dadurch gewährleistet, dass bei einer manuellen Eingabe von Daten leicht Fehler passieren können. Da bei der Verwendung von EDI hingegen Daten nur einmalig erfasst werden, führt dies zu einer Reduzierung der Fehlerwahrscheinlichkeit. Durch den Einsatz von EDI können also letztendlich Transaktionskosten gesenkt werden.
"Dem traditionellen Geschäftsdaten-Austausch auf Papier ist EDI in Bezug auf Geschwindigkeit, Kosten und Fehleranfälligkeit deutlich überlegen." (MANHAR 2000)
Letztendliches Ziel des EDI ist also die Ausnutzung der Geschwindigkeitsvorteile des elektronischen Datenaustausches sowie die Vermeidung menschlicher Fehler. In der Praxis wirkt sich die Nutzung von EDI so aus, dass beispielsweise bei der Erteilung eines Einkaufsauftrages der Auftrag unmittelbar nach elektronischer Versendung der Bestellung im System des Lieferanten als Auftrag gespeichert ist. Wartezeiten durch Postzustellung oder manuelle Dateneingabe entfallen völlig, was zu großen Geschwindigkeits- und auch Verlässlichkeitsvorteilen führt.
Nach Hansen, Neumann steht der Begriff EDI nicht für ein spezielles Verfahren, sondern eine Vielzahl von Standards und Abläufen zum Austausch elektronischer Dokumente. (HANSEN, NEUMANN 2005, S. 722) Der Einsatz von EDI führt in der Organisation eines Betriebes meist zu starken Veränderungen sowie hohen Implementierungskosten.
Auch aus diesem Grunde ist EDI heutzutage noch nicht in allen Branchen und allen Unternehmensgrößen verbreitet. Gerade wenn nur mit einem, wenn auch großen, Kunden oder Lieferanten ein elektronischer Datenaustausch betrieben werden soll, lassen sich die Anschaffungs- und Implementierungskosten kaum amortisieren, was gerade für kleine Betriebe abschreckend wirken dürfte. Das Problem hierbei liegt in vielen verschiedenen Branchenspezifika begründet, die sich seit Einführung des elektronischen Datenaustausches ausgebildet haben.
Es besteht die Möglichkeit, eine direkte Verbindung beider Partner zu nutzen oder einen Dienstleister in Anspruch zu nehmen, der diesen Service bietet.
Nach Martínez Sánchez, Pérez Pérez begann die Nutzung von EDI in den siebziger Jahren, zunächst in der Transportindustrie. Von dort aus weitete sie sich weiter aus, als die Nutzung von Computeranwendungen und Kommunikationstechnologien geringer wurden. In den achtziger Jahren wurde EDI bereits in einer großen Reihe von Industriezweigen genutzt, zum Beispiel in der Automobilindustrie, dem Handel oder dem Regierungssektor.
(MARTÌNEZ SÁNCHEZ, PÉREZ PÉREZ 2005, S.84)
Alternative
Als Alternative zum Datenaustausch von Informationssystem zu Informationssystem bietet sich auch die Möglichkeit, WebEDI zu nutzen, bei dem die Daten durch beide Unternehmen im Internet zum Abruf bereit gestellt werden. Der Vorteil hierbei liegt darin, dass die Erreichbarkeit der Daten lediglich der Installation eines Browsers bedarf. Auch hier bietet sich, ähnlich des EDI, die Möglichkeit, Daten direkt seinem Partner zur Verfügung zu stellen, wie zum Beispiel durch Zugriffsrechte auf einen Webserver, oder aber einen externen Dienstleister zu wählen, der eine Präsenz mit entsprechendem Speicherplatz bereit stellt.
Weiterführende Informationen:
Hansen, Neumann: Wirtschaftsinformatik 1 - Grundlagen und Anwendungen, 9. Auflage
Martínez Sánchez, A. ; Pérez Pérez, M. : EDI and the Moderator Effect of Interorganizational Cooperation in the Supply Chain, in: Journal of Organizational Computing and Electronic Commerce, Ausgabe 15/2005, S. 84 - 104
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