DNS-Server

DNS-Server 

Die Namensauflösung

Alle Rechner in einem Netzwerk werden immer über ihre IP-Adresse angesprochen. Diese IP-Adresse besteht aus 32 Bit großen Zahlen, die zum besseren Verständnis durch den menschlichen Benutzer in Gruppen von je 8 Bit unterteilt werden.

Beispiel einer 32-Bit IP-Adresse

Binär: 10100110.01110100.11011110.11110111

Dezimal: 166.116.222.247

Eine solche Darstellungsweise ist ein erster Vereinfachungsschritt für den Benutzer. Doch stellt man sich vor, dass ein Anwender beispielsweise beim Surfen im Internet oder Drucken innerhalb eines Netzwerkes zahlreiche verschiedene IP-Adressen anspricht, wird schnell deutlich, dass eine weitere Vereinfachung nötig ist.

Man benötigt also eine Lösung, die es ermöglicht, die Rechneradresse hinter einem für den Menschen leichter zu merkenden Namen zu verstecken. Leider sind bis heute Computer noch nicht in der Lage, ähnlich einem Menschen auf einen Namen zu „hören“. Für sie besteht die Welt weiterhin aus einzelnen Bits und Bytes, die in einer bestimmten Folge ihre Kennung ergeben. Der vereinfachende Name, auch URL genannt, muss also für den Rechner wieder in die Computerkennung zurückübersetzt werden.

Entwicklung von DNS

Genau aus diesem Grund wurde 1983 für die IP-Adressen das Konzept des Domain Name Service (im Weiteren nur noch DNS genannt) von Paul Mockapetris entwickelt:

In den Anfangszeiten des Internets war die Anzahl der Rechner noch recht überschaubar und per Hand zu verwalten. Damals wurde die Namensauflösung noch mithilfe von Dateien erledigt, die lokal auf jeden einzelnen Rechner abgelegt waren. Dort wurde jeder IP-Adresse ein URL zugewiesen. Sollte nun eine Verbindung mit diesen URL aufgenommen werden, musste der Rechner nur in dieser Datei nachschauen und ermitteln, zu welcher IP-Adresse der URL gehört. Anschließend konnte er mithilfe dieser IP-Adresse mit der entsprechenden Zielstation Kontakt aufnehmen.

Problematisch bei dieser Methode war, dass jeder Systemadministrator eine eigene Liste mit Stationen pflegen und diese per Hand jedem Netzwerkteilnehmer zur Verfügung stellen musste. Der Vorgang wiederholte sich jedes Mal, wenn eine neue Adresse in das Netzwerk aufgenommen werden musste oder ein Rechner aus dem Netzverbund ausschied.

Diese Methodik wurde sehr schnell unübersichtlich und führte zu einer Vielzahl verschiedener Namensdateien, die alle andersartige Inhalte hatten. Somit war eine inkonsistente Namensbasis für das Internet gegeben. Um diesem Zustand Abhilfe zu schaffen, wurde die InterNIC gegründet.

Diese Organisation diente ursprünglich der Verwaltung dieser Dateien und sollte die Daten, die in ihnen enthalten waren, konsitent halten. Jede Änderung innerhalb eines Netzwerkes musste der InterNIC mitgeteilt werden, das daraufhin die Dateien aktualisierte. Diese Dateien wurden den Systemadministratoren zur Verfügung gestellt, die diese in regelmäßigen Abständen abholten und auf ihre Rechner spielten. Diese Abstände bewegten sich meist im Bereich von einer Woche.

Da jedoch die Anzahl der Rechner enorm schnell anstieg, reichten die wöchentlichen Updates der Datei nicht mehr aus und deren Größe wuchs schnell zu einem Ausmaß an, das das InterNIC sowohl personell als auch von seiner technischen Kapazität her hoffnungslos überlastete. Um diesen Misstand Abhilfe zu schaffen, wurde das Konzept des Domain Name Service entwickelt, das bis zum heutigen Tage erhalten blieb.

DNS-Server

Die Umwandlung des Namens in eine IP-Adresse wird heute von einem so genannten DNS-Server vollzogen, an den ein Rechner seine Anfrage richten kann.

Meist stellt der Internet Service Provider (z.B. Deutsche Telekom, Arcor, etc.), über den man die Verbindung zum Internet erhält, einen solchen DNS-Server zur Verfügung, über den man die entsprechende Adresse zum Namen erhalten kann. Ein DNS-Server verwaltet IP-Adressen und Namen eines ihm anvertrauten Bereichs in einer Datenbank. Ist ein Name nicht darin enthalten, besteht die Möglichkeit bei anderen DNS-Servern nachzufragen, der zu einer Umwandlung des Namens in eine Adresse fähig ist.

Exkurs: Aufbau URL

Bei den IP-Adressen, die als Namen dargestellt werden, spricht man von einem URL.

URL steht für „Uniform Resource Locator“, was soviel bedeutet wie „einheitliche Angabeform für Ressourcen“ Er ist streng hierarchisch aufgebaut, wird von hinten nach vorne gelesen und besteht aus drei Teilen, wie das folgende Beispiel verdeutlicht:

www.                            dasisteinbeispiel             .de

Dienst- o Hostname         Second-Level-Domain         Top-Level-Domain

Die Wurzel einer Adresse liegt bei der Top-Level-Domain und wird ganz hinten in der URL-Adresse dargestellt. Sie repräsentiert im Internet meist das Land.

Als nächstes folgen die Second-Level-Domains, welche beliebige Namen haben und von der jeweiligen dafür verantwortlich NIC vergeben werden.

Das letzte Element der URL ist der Dienst- oder Host-Name.

Vorgehensweise DNS-Server

In einem konkreten Beispiel kann nun die Namensauflösung wie folgt ablaufen:

Eine lokale Station will eine Internetseite mit der URL „www.dasisteinBeispiel.de“ öffnen und sendet diese Adresse an den DNS-Server.

  1. <!--[if !supportLists]--> Der DNS-Server1 prüft, ob er in seinem Verwaltungsbereich einen Eintrag zum URL „www.dasisteinBeispiel.de“ hat. Dies ist leider nicht der Fall, also muss er zum nächsten Schritt übergehen.
  2. Er überprüft die Adresse und stellt anhand der Top-Level-Domain fest, dass es sich um eine in Deutschland registrierte .de-Domain handelt.
  3. Der DNS-Server1 schickt den URL an den Server, der die .de-Domain verwaltet. Dieser Server steht beim DeNIC, dem deutschen Verwaltungskomitee für Internet-URLs.
  4. Der Top-Domain DNS-Server beim De-NIC überprüft seine Datenbank und stellt anhand der Second-Level-Domain fest, das für die Domain „www.dasisteinBeispiel.de“ der DNS-Server2 zuständig ist. Er schickt dessen IP-Adresse an den anfragenden DNS-Server1.
  5. Der DNS-Server1 schickt die Anfrage „www.dasisteinBeispiel.de“ an den DNS-Server2.
  6. Dieser durchsucht seine Daten nach dem Namen „www.dasisteinBeispiel.de“. Er findet schließlich einen Eintrag mit der IP-Adresse und schickt diese IP-Adresse an den DNS-Server1 zurück.
  7. Der DNS-Server1 schickt schließlich die IP-Adresse an den Client und dieser kann nun die Webseite „www.dasisteinBeispiel.de“ öffnen.

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Quellen:

HOLZER, J. / PFLUGMANN, M. (2001): Internet Intern - TCP/IP. München.

MICHAELA, F. / PALME, M. (2000): Microsoft Press - Active Directory. Krefeld.